| Bruocsella Symphony
Orchestra asbl/vzw Konzerte 13. und 19. März 2005 |
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Das Klarinettenkonzert von Jean Françaix …
Jean Françaix komponierte sein Concerto pour Clarinette in den Jahren 1967-68 und widmete es Fernand Oubradous, Dirigent, Professor für Kammermusik am Konservatorium von Paris und Fagottist der Pariser Oper. Das Werk wurde am 20. Juli 1968 unter der Leitung von Jacques Lancelot, Professor am Konservatorium von Rouen, dann Lyon, uraufgeführt und mit Begeisterung aufgenommen. Seitdem erfreut es sich ständig wachsender Beliebtheit und ist heute fester Bestandteil des Klarinettenrepertoires.
«Dieses Konzert, so wage ich zu hoffen, amüsiert den Zuhörer», schrieb Jean Françaix. «Es zu spielen ist aber eine andere Sache. Es ist ein wahrhaftes Luftballett der Finger mit Loopings, Steilkurven und Sturzflügen, die den Solisten in Angst und Schrecken versetzen. Dieser muss in der Tat flugtauglich sein und schon einige Flugstunden hinter sich haben. Man kann sagen, dass ihm aber auch gar nichts erspart wird, noch nicht einmal im langsamen Satz wird ihm eine Atempause gegönnt, denn die entzückenden, langen, in einem Atemzug zu spielenden Passagen sind unberechenbar...
« Ganz so, um weiter bei unseren flugtechnischen Vergleichen zu bleiben, als handle es sich um einen Segelflug mit einer Geschwindigkeit, die stets an der Grenze der Flugfähigkeit ist. Zu guter Letzt startet der Pilot seine röhrenden Motoren, bleibt jedoch völlig ungezwungen und geht soweit, seine Uniformkappe gegen eine rotierende Clownperücke einzutauschen... »
Dieses Konzert stellt den Solisten vor eine äußerst große Herausforderung: schnelle Passagen, Kapriolen, zwei Kadenzen im ersten und letzten Satz, ein recht unruhiges Scherzo und ein Andantino, das seinem gemäßigten Tempo zum Trotz nicht auf effektvolle Verzierungen verzichtet. Aus diesem Grund gilt es seit seiner Uraufführung als ‘unspielbar’, oder zumindest nur einigen wenigen Virtuosen vorbehalten. Jack Brymer, selbst ein brillanter Virtuose sprach 1976 von ihm als « einem Werk für die Zukunft, wenn vielleicht das Instrument modernisiert worden ist und die menschliche Hand sich verändert hat… »!
Seit dem hat dieses Werk, wie nur ein Meisterwerk es kann, die Instrumentalisten und Pädagogen dazu motiviert, die technischen Grenzen des Instruments zu verschieben, damit ihm diese wunderbare Musik - wenn auch nicht leichter so doch öfter - zugängig wird. Die Weiterentwicklung eines Instruments hängt von solchen Werken ab, deren musikalischer Wert die Schwierigkeiten rechtfertigt. Jean Françaix hat der Klarinette nicht nur ein wunderbares Konzert geschenkt sondern auch die Gelegenheit zu einer neuen Entfaltung geboten.
Kurzbiographie... Jean Françaix über sich selbst… Die Musik von Jean Françaix... Zurück
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